Die American Society of Cinematographers (ASC) hat zum 39. Mal ihre Nominierungen für die beste Kameraarbeit des vergangenen Jahres verkündet. Bei der ASC handelt es sich im Gegensatz zu den meisten anderen Industrieverbänden und -gewerkschaften, die ihre eigenen Preise in ihren spezifischen Branchen verliehen, nicht um eine Gewerkschaft oder einen Berufsverband, sondern um eine kulturelle Vereinigung der Kameraleute, die bereits 1919 gegründet wurde. Heute zählt ASC rund 430 Mitglieder (davon weniger als 5% Frauen). Um Mitglied der ASC zu werden, muss man mindestens fünf der letzten acht Jahre als Kameramann bzw. -frau gearbeitet haben, ein gewisses Ansehen im Berufsfeld genießen und von drei aktiven oder ehemaligen Mitgliedern der ASC empfohlen werden.
In der Regel nominiert die ASC jedes Jahr für Filme für ihren Hauptpreis, von denen die meisten später auch eine Oscarnominierung erhalten. Letztes Jahr war die Übereinstimmung zwischen den Nominierungen für die ASC Awards und den Oscarnominierungen für beste Kameraarbeit sogar perfekt: Alle fünf Filme, die von der ASC nominiert waren, gingen auch ins Oscar-Rennen. Hoyte Van Hoytema gewann für Oppenheimer beide Preise.
Dieses Jahr hat die ASC zum zweiten Mal in ihrer Geschichte (nach 2014) sieben Filme nominiert, sodass die Wahrscheinlichkeit besonders hoch ist, dass sich die späteren fünf Oscarkandidaten darunter befinden. Mit Edward Lachman (Maria), Greig Fraser (Dune: Part Two) und Phedon Papamichael (Like a Complete Unknown) sind drei Kameramänner jeweils zum vierten Mal von der ASC nominiert. Gewonnen hat von ihnen bisher lediglich Fraser, der für Lion – Der lange Weg nach Hause und den ersten Dune ausgezeichnet wurde. Die anderen vier Kameraleute dürfern sich über ihre erste Nominierung für den Hauptpreis freuen, wobei Jarin Blaschke (Nosferatu – Der Untote) in Vergangenheit schon für den Spotlight Award von der ASC nominiert war. Hier sind alle sieben Kandidaten auf einen Blick:
Edward Lachman (Maria)
Greig Fraser (Dune: Part Two)
Stéphane Fontaine (Konklave)
Lol Crawley (Der Brutalist)
Jarin Blaschke (Nosferatu – Der Untote)
Alice Brooks (Wicked)
Phedon Papamichael (Like a Complete Unknown)
Überraschend ist höchstens, dass Emilia Pérez es trotz sieben Slots nicht unter die Nominees geschafft hat.
Drei weitere Kameraleute wurden in der Spotlight-Kategorie nominiert, die 2014 ins Leben gerufen wurde, um kleinere Filme, die hauptsächlich auf Festivals oder nur in wenigen Arthouse-Kinos liefen, anzuerkennen:
Michal Dymek (Das Mädchen mit der Nadel)
Jomo Fray (Nickel Boys)
Klaus Kneist & Renata Mwende (Nawi)
Von diesen drei hat vor allem Fray mit Nickel Boys eine Außenseiter-Chance auf eine Oscarnominierung. In Vergangenheit konnte nur Blaschke mit Der Leuchtturm seine Spotlight-Nominierung in eine Oscarnominierung verwandeln.
Fraser und Crawley haben wohl die besten Chancen auf den Oscarsieg und werden zusammen mit Blaschke auch definitiv bei den Oscars nominiert werden. Um die verbleibenden beiden Nominierungen werden Fray, Papamichael, Brooks, Fontaine und Lachman kämpfen.
Die Sieger der diesjährigen ASC Awards werden am 23. Februar bekanntgegeben werden. Bereits kommenden Donnerstag werden wir erfahren, welche Filme die Academy für ihre Kameraarbeit einer Oscarnominierung würdig befunden hat.
Quelle: American Society of Cinematographers