Der US-amerikanische Schauspieler Richard Chamberlain, der in einigen der erfolgreichsten Miniserien der Siebziger und Achtziger mitgespielt hat, ist am Samstag, zwei Tage vor seinem 91. Geburtstag, in der hawaiianischen Stadt Waimānalo an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Das bestätigte sein langjähriger Partner Martin Rabbett.
Chamberlain kam 1934 im kalifornischen Beverly Hills zur Welt. Nach seinem Schulabschluss studierte er Kunstgeschichte und Malerei und war von 1956 bis 1958 nach seiner Einberufung in die US-Armee in Südkorea stationiert. Neben Leonard Nimoy und Vic Morrow war Chamberlain 1959 eines der Gründungsmitglieder des Theaterensembles Company of Angels. Zur selben Zeit ergatterte er seine ersten TV-Rollen. Der große Durchbruch ließ nicht lange auf sich warten: Chamberlain wurde 1961 in der Titelrolle der Ärzteserie "Dr. Kildare" besetzt, die fünf Staffeln lang bei NBC lief. Chamberlain gewann für die Rolle einen Golden Globe und galt als Frauenschwarm. Was seine Fans nicht wussten: Chamberlain war schwul. Aus Sorge um seine Karriere hat er sich jedoch erst 2003 in seiner Autobiografie geoutet.
Nach dem Ende der Serie konzentrierte sich Chamberlain zunächst auf Filmrollen und spielte 1973 Aramis in der Alexandre-Dumas-Verfilmung Die drei Musketiere (OT: The Three Musketeers) sowie ein Jahr später in der Fortsetzung Die vier Musketiere – Die Rache der Milady (OT: The Four Musketeers). Im selben Jahr war er auch Teil des Ensembles des oscarnominierten Katastrophenfilms Flammendes Inferno (OT: The Towering Inferno).
Chamberlain spielte in zwei weiteren Dumas-Adaptionen mit, die direkt fürs Fernsehen produziert wurden: Der Graf von Monte Cristo (OT: The Count of Monte Cristo) 1975 und Der Mann mit der eisernen Maske (OT: The Man in the Iron Mask) 1977. Für Ersteren wurde er für einen Emmy nominiert. Chamberlain war Teil des großen Casts der Miniserie "Colorado Saga" (OT: "Centennial"), die von Oktober 1978 bis Februar 1979 ausgestrahlt wurde und mit einer Laufzeit von 26 Stunden eine der längsten Miniserien aller Zeiten ist.
Seinen zweiten Golden Globe hat Chamberlain für die Hauptrolle des britischen Navigators John Blackthorne in der ersten Adaption von James Clavells historischem Roman "Shōgun" gewonnen. Die fünfteilige Miniserie wurde 1980 ausgestrahlt. Seine wohl berühmteste Rolle als Priester Ralph de Bricassart spielte Chamberlain 1983 in der Miniserie "Die Dornenvögel" (OT: "The Thorn Birds"), die damals zur zweitmeistgeschauten Miniserie aller Zeiten (nach "Roots") in den USA wurde. Chamberlain gewann für die Rolle seinen dritten Golden Globe und verkörperte die Rolle 13 Jahre später in der Nachfolgeserie "Die Dornenvögel: Die verlorenen Jahre" (OT: "The Thorn Birds: The Missing Years").
Im Kino versuchte Chamberlain 1985 mit Quatermain – Auf der Suche nach dem Schatz der Könige (OT: King Solomon’s Mines) auf der Erfolgswelle von Indiana Jones zu reiten. Die zeitgleich mit dem ersten Film abgedrehte Fortsetzung Quatermain II – Auf der Suche nach der geheimnisvollen Stadt (OT: Allan Quatermain and the Lost City of Gold) kam ein Jahr später in die Kinos und floppte. Ein dritter Film war geplant, wurde jedoch wegen des Misserfolgs des zweiten auf Eis gelegt.
Im Fernsehfilm Agent ohne Namen (OT: The Bourne Identity) wurde Chamberlain zum ersten Schauspieler, der Robert Ludlums vergessenen Geheimagenten Jason Bourne verkörpert hat. Für die Rolle erhielt Chamberlain seine sechste und letzte Golden-Globe-Nominierung.
In den Neunzigern befand sich Chamberlains Karriere bereits auf dem absteigenden Ast. Prominente Rollen wurden seltener. Im Kino war er überwiegend in kleineren Nebenrollen zu sehen, beispielsweise in der Adam Sandler/Kevin James-Komödie Chuck und Larry – Wie Feuer und Flamme (OT: I Now Pronounce You Chuck and Larry). Im Fernsehen gastierte Chamberlain u. a. bei Serien wie "Nip/Tuck", "Brothers & Sisters", "Leverage" und "Chuck".
Quelle: Deadline